Hepatologie : Leberkrebs (Hepatom), schützt Azetylsalizylsäure?

Hepatologie : Leberkrebs (Hepatom), schützt Azetylsalizylsäure?

Allem Anschein nach eignet sich Azetylsalizylsäure (ASS) auch zur Prävention von Leberkrebs. Zumindest legt das das Ergebnis einer Analyse zweier prospektiver Langzeitstudien nahe: Bei langfristiger und regelmäßiger Einnahme von ASS treten Leberkarzinome seltener auf. Der Effekt scheint von der Dosis abzuhängen.

Bei rund 133.000 Teilnehmern der Nursesʼ Health Study und der Professionals Follow-up Study erfassten Simon TG et al. die Einnahme von ASS. Als Standarddosis-Tablette wurden 325mg festgelegt.

Risiko durch regelmäßige Einnahme etwa halbiert

Während des medianen Follow-up von 26 Jahren traten 108 HCC-Fälle auf. Nahmen die Teilnehmer ASS regelmäßig ein, hatten sie nur ein etwa halb so hohes HCC-Risiko im Vergleich zu denjenigen, die nur hin und wieder mal zur Tablette griffen (adj. Hazard Ratio [HR] 0,51). Dabei gab es keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen, doch der Nutzen schien dosisabhängig zu sein: Im Vergleich zu den Teilnehmern ohne ASS-Gebrauch war das HCC-Risiko erst ab einer Dosis von mehr als 1,5 ASS-Tabletten pro Woche ungefähr halbiert (adj. HR 0,51). Zudem mussten die ASS-Tabletten über einen Zeitraum von mindestens 5 Jahren eingenommen worden sein.

Quelle: mrs; Simon TG et al. JAMA Oncol 2018; 4: 1683–1690, Thieme, Fachcommunity für Gastroenterologie, 17.4.2019

Fettleber Behandlung Wien

Fettleber: Zuckerarme Diät wirkt sich schnell positiv aus

Fettleber: Zuckerarme Diät wirkt sich schnell positiv aus

Ein Mangel an Bewegung und der Konsum hochkalorischer Lebensmittel sind Gift für die Leber. Viele Übergewichtige leiden an einer Fettleber. Davon betroffen sind zunehmend auch Kinder. Genau für diese hat jetzt eine klinische Studie positive Nachrichten: Denn unter einer zuckerarmen Diät kann sich die Fettleber relativ schnell deutlich zurückbilden.

An der randomisierten Studie nahmen 40 Jungen teil, die eine nicht alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) hatten. Für eine Dauer von 8 Wochen ernährte sich die eine Hälfte zuckerarm von zugeteilten Nahrungsmitteln, das heißt freie Zucker wurden auf weniger als 3% der täglichen Kalorienzufuhr beschränkt; die andere Hälfte aß wie gewohnt. Die NAFLD-Definition umfasste einen Fettanteil der Leber ≥ 10% in der Magnetresonanztomografie (Proton Density Fat Fraction, PDFR).

Nach der 8-wöchigen Ernährungsumstellung konnten Schwimmer JB et al. einen deutlichen PDFR-Rückgang von 25 auf 17% in der Interventionsgruppe feststellen, in der Kontrollgruppe von 21 auf 20%. Somit ergab sich nach Adjustierung ein signifikanter Rückgang des Fettanteils um 6,23%. Zudem verbesserten sich auch die Werte der Alanin-Aminotransferase: Durch die Diät sank der Wert von 103 U/l auf 61 U/l, wohingegen die Abnahme in der Kontrollgruppe geringer ausfiel (82 U/l auf 75 U/l).

Quelle: mrs; Schwimmer JB et al. JAMA 2019; 321: 256–265, Thieme, Gastro-Community

Leberversagen unter Therapie mit neuen Hepatitis-C-Medikamenten – Folge zu unselektiver Anwendung?

Hunderte Fälle von Leberversagen unter Therapie mit neuen Hepatitis-C-Medikamenten – Folge zu unselektiver Anwendung? (Medscape, 19.2.2017, Nadine Eckert, Prof. Dr. Christoph Sarrazin)

Erst im vergangenen Oktober warnte die amerikanische Food and Drug Administration (FDA), dass es unter Hepatitis-C-Therapie mit den neuen, direkt wirkenden Virustatika (direct-acting antivirals, DAA) zu einer Hepatitis-B-Reaktivierung kommen kann. Nun berichtet das Institute for Safe Medicine Practices (ISMP), eine US-Non-Profit-Organisation, die sich der Prävention medikamentöser Nebenwirkungen widmet, von hunderten Fällen akuten Leberversagens bei Patienten, die mit DAA behandelt wurden.
Jedoch: Für eine bislang unterschätzte Nebenwirkung der Therapie mit DAA hält Prof. Dr. Christoph Sarrazin, Chefarzt der Medizinischen Klinik II mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie, Diabetologie und Ernährungsmedizin am St. Josefs-Hospital Wiesbaden, das Leberversagen nicht. Vielmehr seien die beobachteten Fälle der anfänglichen Begeisterung über die neue Therapieoption geschuldet, meint er.
Unter den 24 Patienten mit Hepatitis-B-Reaktivierung, von denen die FDA berichtet hatte, war es bei 3 zum Leberversagen gekommen. Für das ISMP war dies Anlass, weitere Daten der FDA-Nebenwirkungsdatenbank FAERS zu prüfen. Dabei fanden sie insgesamt 524 Fälle von akutem Leberversagen bei Patienten, die DAA eingenommen hatten. Fast ein Drittel dieser Patienten starb. Bei mehr als 40% kam es zu einer Enzephalopathie.

Bei fortgeschrittener Leberzirrhose ist Behandlung offenbar nutzlos

„Mit den DAA sind wir seit 2 Jahren in der Lage die Hepatitis C ohne die nebenwirkungsreichen Interferone zu behandeln“, erklärt Sarrazin. „Die Euphorie war groß und wir haben jeden Patienten mit Hepatitis C mit der neuen Tablettentherapie behandelt – gerade auch die Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose, in der Hoffnung, die Lebererkrankung zu bessern.“
Dies habe sich aber als falsche Hoffnung erwiesen: „Wir mussten schmerzhaft lernen, dass es einen Point of no Return gibt. Ab diesem Zeitpunkt in der Erkrankung kann man zwar mit den DAA das Virus aus dem Körper eliminieren, aber es gelingt nicht mehr, die Leberkrankung zu verbessern.“

Obwohl die Patienten durch die DAA-Therapie virusfrei waren, entwickelten sie weiter die charakteristischen Komplikationen einer dekompensierten Leberzirrhose wie Krampfadern in der Speiseröhre, Wasser im Bauch, Niereninsuffizienz, Blutungen und Leberinsuffizienz. Ohne Lebertransplantation starben sie.
Doch die Therapie mit DAA half den Patienten in fortgeschrittenen Stadien der Lebererkrankung nicht nur nicht, möglicherweise verschlimmerte sie die Situation bei einzelnen Patienten sogar: „Mit der Therapie bringen wir bei Patienten mit fortgeschrittener Zirrhose ein sehr labiles Gleichgewicht durcheinander, was zur Dekompensation führen kann“, erklärt Sarrazin. Außerdem sei es denkbar, dass bei Patienten mit fortgeschrittener Zirrhose doch Nebenwirkungen aufträten, die bei gesünderen Patienten nicht messbar bzw. relevant seien.

Wann ist der Point of no return?

„Alle bisher berichteten Fälle von Leberversagen im Zusammenhang mit der DAA-Therapie sind nicht bei Patienten in frühen Stadien der Erkrankung aufgetreten, die entweder keine oder nur eine geringe Leberzirrhose aufwiesen“, betont Sarrazin, „sondern bei Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung, die ohnehin eine schlechte Prognose und ein hohes Risiko für Leberdekompensation haben. “Mittlerweile werden Patienten mit zu weit fortgeschrittener Lebererkrankung nicht mehr mit DAA behandelt. Aber wie erkennt man, dass der Point of no Return erreicht ist? „Ob es für einen Patienten noch sinnvoll ist, DAA einzunehmen, oder ob er eher einer Transplantation zugeführt werden sollte, lässt sich anhand verschiedener Parameter bestimmen“, so Sarrazin. Einer dieser Parameter ist der MELD-Score, der auch bei der Organzuteilung im Rahmen von Lebertransplantationen eingesetzt wird. Darüber hinaus könne der CHILD-Score oder Parameter der Lebersynthese bzw. der portalen Hypertension wie Albumin oder Thrombozyten bzw. die Milzgröße herangezogen werden. Weiterlesen
Bei einem MELD-Score über 20 oder 21 wissen wir inzwischen, dass die Patienten in der Regel nicht mehr von einer DAA-Therapie profitieren“, so Sarrazin. „Sie sollten transplantiert werden, erst danach sollte die Viruseradikation mit DAA erfolgen.“

Prinzipiell sollte jeder Patient mit einer chronischen Hepatitis C mit einer der neuen Therapien behandelt werden; das gilt auch für Patienten mit sehr frühen Stadien der Erkrankung.
Jedenfalls ist es wichtig, dass jeder Patient mit unklar erhöhten Leberwerten eine Abklärung beim Facharzt für Gastroenterologie und Hepatologie durchführt, um mögliche behandelbare Ursachen der erhöhten Leberwerte zeitgerecht zu erkennen und einer Therapie zuzuführen.

Dr. Martin Scharf, Wien

Hepatitits C Foto: Wiki Images

Fettleber Behandlung Wien

Meine Gamma GT Werte sind erhöht

Meine Gamma GT Werte sind erhöht – welche Ursachen kann es dafür geben ?

Die Gamma GT (Gamma Glutamyl-Transferase) ist ein Enzym, das vor allem in der Leberzelle und den Gallenwegen vorkommt. Daher kommt es bei Schäden der Leber und Gallenwege zu einer Erhöhung der Gamma GT. Je nachdem, ob die Erhöhung der Gamma GT und alkalischen Phosphatase oder die Erhöhung der GOT und GPT (Transaminasen) im Vordergrund steht, spricht man von einer hepatitischen (entzündlichen) oder cholestatischen (stauungsbedingten) Befundkonstellation.  Das deutet auf eine Entzündung der Leber oder auf eine Behinderung des Galleabflusses hin.

Isolierte Erhöhungen der Gamma GT sind häufig Hinweise auf Fettlebererkrankungen, seltenere Ursachen sind Medikamente; manche Menschen haben erhöhte Gamma GT Werte ohne eine auffindbare Ursache.

Jede Erhöhung der Leberwerte sollte mittels gezielter Blutuntersuchungen und Sonographie des Oberbauches von Ihrem Facharzt für Gastroenterologie weiter abgeklärt werden.

Kompetente Hilfe bei „erhöhten Gamma GT“ Werten

Erhöhte Gamma GT Werte und jeder erhöhte Leberwert sollten kurzfristig weiter abgeklärt werden, um die die Ursache des Symptoms „erhöhte Gamma GT“ rasch abzuklären und mögliche behandlungsbedürftige Erkrankungen zu erkennen: vereinbaren Sie bald einen Termin in meiner Ordination.

Bitte planen Sie zumindest 40 Minuten für die Erstordination ein und bringen Sie alle Vorbefunde mit. Es ist mir wichtig, die zielführende Diagnostik und Ihre optimale Behandlung mit Ihnen gemeinsam ausführlich zu besprechen.